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Hausfinanzierung: Von 500 Anbietern Zinsen vergleichen und in 4 Schritten Eigenheim finanzieren
Das Wichtigste zur Hausfinanzierung
- Bevor Sie mit der Planung Ihrer Hausfinanzierung starten, sollten Sie sich mit den möglichen Kostenfaktoren auseinandersetzen.
- Mit einer Hausfinanzierung können Sie den Kauf Ihrer Traumimmobilie verwirklichen. Damit dabei alles funktioniert, haben wir die vier wichtigsten Schritte für Sie zusammengestellt.
- Viele Komponenten beeinflussen die Kosten und Gebühren, die bei einer Finanzierung entstehen. Mit einigen Tipps können Sie die Möglichkeiten der Hausfinanzierung voll ausschöpfen.
Zuletzt überarbeitet von:
Anna N. Baumgart, Online-Redakteurin Finanzen
Haus finanzieren: Die Grundlagen
Wer ein eigenes Haus kaufen oder bauen möchte, braucht eine solide Hausfinanzierung und eine gute Planung, denn schon geringe Unterschiede beim Sollzins oder anderen Vertragsbestandteilen haben einen großen Einfluss auf die Gesamtkosten. Zunächst sollten zudem die üblichen Voraussetzungen erfüllt sein.
Voraussetzungen für die Hausfinanzierung
- Volljährigkeit
- Geschäftsfähigkeit
- fester Wohnsitz in Deutschland
- deutsche Bankverbindung
- regelmäßiges Einkommen
- gute Bonität
- Eigenkapital (in seltenen Ausnahmen ohne Eigenkapital)
Unterlagen für eine Hausfinanzierung
Die Unterlagen, die Sie benötigen, um eine Hausfinanzierung zu beantragen, sind vielfältig und variieren je nach Ihrem konkreten Vorhaben und Finanzierungsanbieter.
Ihr persönlicher Interhyp Baufinanzierungsberater hilft Ihnen dabei, alle Unterlagen zusammenzutragen und prüft diese auf Vollständigkeit und Richtigkeit.
Persönliche Unterlagen, meist ...
- Personalausweis oder Reisepass
- Nachweis des Eigenkapitals (Kontoauszüge, Sparbuch, Depotauszug)
- Gehaltsnachweise der letzten 2 – 3 Monate
- Selbstauskunft für das Kreditinstitut
- SCHUFA-Auskunft
- Bei Selbstständigen: BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung), Bilanzen/Einnahmen-Überschuss-Rechnungen der letzten 2 – 3 Jahre, aktuelle Steuerbescheide
Unterlagen zum Objekt, meist ...
- Aktueller Grundbuchauszug
- Baupläne/Grundrisse
- Baubeschreibung
- Energieausweis
- Wohnflächenberechnung
- Flurkarte/Lageplan
- Nachweis über bereits durchgeführte Sanierungen/Modernisierungen
- Grundsteuerbescheid
„Eine gute Hausfinanzierung ist immer die, die optimal zum Vorhaben des Darlehensnehmers passt.
Die Zinssätze am Markt spielen eine wichtige Rolle. Doch wer ein geeignetes Objekt gefunden hat, sollte nicht
auf sinkende Zinsen spekulieren, sondern möglichst viele Angebote vergleichen. Nur so erhalten Immobilienkäufer
oder Bauherren die Chance auf die beste Hausfinanzierung.“
Florian Reichert,
Geschäftsführer bei CHECK24
Was kostet eine Hausfinanzierung?
Die Höhe der Kosten für die Hausfinanzierung hängt von mehreren Faktoren ab wie von der Darlehenshöhe, dem Objektwert beziehungsweise Kaufpreis der Immobilie, dem Zins und dem Monatsbudget:
- Kaufpreis und Eigenkapital bestimmen die benötigte Darlehenshöhe.
- Die Darlehenshöhe im Verhältnis zum Objektwert sowie die Zinsbindung beeinflussen den Zinssatz.
- Zinssatz und Tilgungssatz beeinflussen die Gesamtbelastung.
- Der Tilgungssatz richtet sich nach dem Monatsbudget.
Rechenbeispiel Hauskauf per Hausfinanzierung
Angenommen, Sie finanzieren den Kauf eines Hauses im Saarland mit folgenden Eckdaten:
- Kaufpreis der Immobilie: 450.000 Euro
- Eigenkapital: 200.000 Euro
- monatlich verfügbares Budget: 1.800 Euro
- gewünschte Zinsbindung: 10 Jahre
Dann ergeben sich daraus folgende Werte:
- Höhe Nebenkosten (Makler 3 %, Notar und Grundbucheintrag 2 %, Grunderwerbsteuer Saarland 6,5 %): 51.750 Euro
- Höhe Darlehen (Kaufpreis + Nebenkosten - Eigenkapital): 301.750 Euro
- Sollzinssatz: 3,59 %
- Tilgungssatz: 3,57 %
- Restschuld nach Ende der Zinsbindungsfrist: 173.089 Euro
- Kosten nach 10 Jahren: 86.887 Euro
In 4 Schritten zu Ihrer Hausfinanzierung
1. Monatliches Budget ermitteln
Um herauszufinden, wie viel Eigenheim Sie sich monatlich leisten können, erstellen Sie eine Haushaltsrechnung. Bei dieser stellen Sie allen Einnahmen Ihre monatlichen Ausgaben gegenüber. Die Differenz gibt an, wie hoch Ihre monatliche Ratenzahlung sein darf. Anhand Ihres Monatsbudgets können Sie den maximalen Kaufpreis berechnen.
2. Angebotsvergleich & professionelle Beratung bei der Hausfinanzierung nutzen
Haben Sie die passende Immobilie gefunden, sollten Sie die Finanzierungsangebote von verschiedenen Anbietern vergleichen. Nutzen Sie die kostenlose Expertenberatung bei Interhyp. Dabei stehen Ihnen die Beraterinnen und Berater von Anfang bis zum Abschluss bei allen Fragen zum Thema Hausfinanzierung zur Seite und ziehen auch mögliche Fördermittel in Betracht.
3. Unterlagen einreichen
Im nächsten Schritt laden Sie alle vom Kreditinstitut benötigten Dokumente über einen Upload im Interhyp Kundenkonto hoch. Die Unterlagen werden durch Ihren persönlichen Ansprechpartner auf Vollständigkeit geprüft und erst, wenn alles passt, direkt an den Finanzierungsanbieter weitergeleitet.
4. Finanzierung abschließen
Sobald alle Formalitäten rund um die Finanzierung und den Darlehensvertrag abgeschlossen sind und die Bank die Finanzierung für Ihr Haus oder eine Wohnung bewilligt hat, zahlt sie Ihnen die Kreditsumme aus.
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Tipps für eine günstige Hausfinanzierung
Ausreichend Eigenkapital einplanen
Je mehr Eigenkapital Sie in die Hausfinanzierung einbringen, desto kostengünstiger wird diese in der Regel. Im Idealfall sollten Sie mindestens 20 bis 30 Prozent an eigenem Kapital beisteuern können. In vielen Fällen ist eine Finanzierung auch mit weniger möglich, jedoch sollten zumindest die Erwerbsnebenkosten aus Eigenkapital beglichen werden können.
Anfängliche Tilgung wählen
Mit einer höheren Anfangstilgung ist das Darlehen schneller zurückgezahlt und die Zinskosten verringern sich. Allerdings steigt damit auch die monatliche Rate. Bei einem hohen Zinsniveau kann es ratsam sein, einen niedrigeren Tilgungssatz festzulegen. Dies erhöht zwar die Gesamtkosten, dafür ist die monatliche Belastung geringer. Die richtige Tilgung ist also die, die am besten zu Ihnen und Ihrem Geldbeutel passt.
Sondertilgung tätigen
Mit der Möglichkeit zu Sondertilgungen behalten Sie eine gewisse Flexibilität bei der Hausfinanzierung. Wie oft, zu welchem Zeitpunkt und in welcher Höhe Sie Sondertilgungen leisten können, müssen Sie mit der Bank für den Kreditvertrag vereinbaren. Mit Sondertilgungen leisten Sie Zahlungen über die Monatsraten hinaus und sind schneller schuldenfrei.
Dauer der Sollzinsbindung wählen
Die Sollzinsbindung bezeichnet den Zeitraum, in dem die Zinsen sich nicht verändern. Diese legen Sie vor Darlehensaufnahme gemeinsam mit der Bank fest. Sie sind bis zum Ende der Zinsbindung vor steigenden Zinsen geschützt, profitieren aber auch nicht von einem sinkenden Zinsniveau. Eine lange Zinsbindung lohnt sich bei niedrigen Zinssätzen, ist aber oft mit einem Zinsaufschlag seitens des Kreditgebers verbunden.
Staatliche Förderung nutzen
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), der Staat und auch einzelne Bundesländer greifen angehenden Hausbesitzern mit einem Zuschuss oder zinsgünstigen Krediten finanziell oftmals unter die Arme.
Besonders die KfW bietet spezielle Programme, um sich den Traum vom eigenen Haus zu erfüllen. Mit dem KfW-Wohneigentumsprogramm Nr. 124 wird zum Beispiel der Erwerb einer selbstgenutzten Wohnimmobilie mit einem Immobilienkredit von bis zu 100.000 Euro gefördert.
Die KfW-Förderung läuft über den Finanzierungspartner. Am besten sprechen Sie darüber mit Ihrem Interhyp Berater oder mit der Bank, über die Sie das Darlehen aufnehmen möchten – aber unbedingt vor dem Kauf oder dem Hausbau.
Darlehenstypen für Ihre Hausfinanzierung
Eine Hausfinanzierung ist immer an den Kauf der Immobilie gebunden und wird grundpfandrechtlich über eine Grundschuld abgesichert. Unter Berücksichtigung Ihrer persönlichen finanziellen Situation können neben einem Annuitätendarlehen auch Darlehensformen wie ein Festdarlehen in Kombination mit einem Bausparvertrag oder ein Darlehen mit variabler Verzinsung empfehlenswert sein:
| Darlehensart | Zinssatz | Rückzahlung | Am Ende der Laufzeit | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Annuitätendarlehen | fest während Sollzinsbindung | gleichbleibende Raten aus Zins- und Tilgungsanteil | Restschuld → Anschlussfinanzierung nötig | gängigste Finanzierungsform |
| Volltilgerdarlehen | fest während Sollzinsbindung | gleichbleibende Raten aus Zins- und Tilgungsanteil | Kredit vollständig getilgt | keine Anschlussfinanzierung nötig |
| Festdarlehen | fest während Laufzeit | nur Zinszahlungen, tilgungsfrei während Laufzeit | kompletter Kreditbetrag fällig | geringe monatliche Belastung, aber hohe Schlusszahlung; meist Tilgungssurrogat (z. B. Bausparvertrag, Lebensversicherung) nötig; selten von Banken vergeben |
| Variables Darlehen | flexibel, richtet sich nach Marktzins | individuell vereinbar | je nach Vertrag | meist zur Überbrückung (z. B. Grundstückssicherung); i. d. R. mit 3-monatiger Kündigungsfrist kostenlos ablösbar |
| Bauspardarlehen (Kombi mit Bausparvertrag) | bereits bei Vertragsabschluss festgelegt | Ansparphase, dann Auszahlung bei Zuteilungsreife | Kombination aus Bausparguthaben + Bauspardarlehen | Zinssicherheit von Anfang an |
Wichtige Fragen zur Hausfinanzierung
Was wirkt sich positiv auf den Zinssatz aus?
Der Bank geht es in erster Linie darum, Zahlungsausfälle so gut wie möglich auszuschließen. Je besser Sie finanziell aufgestellt sind, umso mehr Sicherheit gibt das der Bank und umso günstigere Konditionen kann sie Ihnen für ein Darlehen anbieten. Folgende Faktoren können die Hausfinanzierungszinsen vergünstigen:
- hohes Eigenkapital
- keine vorhandenen Verbindlichkeiten
- kurze Zinsbindung
Was passiert, wenn ich während der Hausfinanzierung arbeitslos werde?
Bei plötzlicher Arbeitslosigkeit gilt es, zeitnah mit der kreditgebenden Bank zu sprechen. Zunächst ist es wichtig, nicht in einen Zahlungsrückstand zu geraten und damit vertragsbrüchig zu werden. Banken bieten teilweise an, die vereinbarten Raten anzupassen oder für einen bestimmten Zeitraum auszusetzen.
Was passiert mit der Hausfinanzierung im Falle einer Scheidung?
Die Scheidung einer Ehe hat zunächst keinen Einfluss auf die Hausfinanzierung, denn der unterschriebene Vertrag verliert damit nicht seine Wirkung. Hat nur ein Ehepartner den Kreditvertrag unterzeichnet, ist dieser weiterhin für die Zahlung der Raten verantwortlich. Gleiches gilt für die Haftung des Kredits. Haben beide Eheleute unterzeichnet, sind auch beide zur Rückzahlung verpflichtet. Dies ist unabhängig davon, wer im Grundbuch steht oder ob einer von beiden ausgezogen ist. Eine weitere Option ist der Hausverkauf und die Rückzahlung der Immobilienfinanzierung. In diesem Fall ist eine Vorfälligkeitsentschädigung sehr wahrscheinlich.
Kann man trotz Schulden eine Hausfinanzierung abschließen?
Prinzipiell ist dies möglich, liegt aber im Ermessen der Bank und ist stark von Ihrer individuellen finanziellen Gesamtlage abhängig. Eine pauschale Aussage lässt sich hierzu nicht treffen. Die Bank muss sich sicher sein, dass Sie einen weiteren Kredit zurückzahlen können. Ihre persönliche Einnahmen-Ausgaben-Kalkulation dient der Bank als Entscheidungsgrundlage.
Kann man eine Umschuldung für die Hausfinanzierung durchführen?
Die Umschuldung einer Hausfinanzierung ist in drei Fällen möglich:
- Seit der Vollauszahlung der Hausfinanzierung sind zehn Jahre vergangen. Unter Einhaltung einer sechsmonatigen Kündigungsfrist ist eine Umschuldung somit möglich.
- Die vertraglich vereinbarte Zinsbindungsdauer ist verstrichen. Eine Anschlussfinanzierung kann ohne Gebühren an den bisherigen Darlehensgeber bei einem anderen abgeschlossen werden.
- Es besteht ein berechtigtes Interesse beim Darlehensnehmer. Laut § 490 BGB räumt der Gesetzgeber in einem solchen Fall ein außerordentliches Kündigungsrecht ein. Das berechtigte Interesse ist zwar durch den Gesetzgeber nicht näher definiert, wird aber im Regelfall anerkannt, wenn beispielsweise die Immobilie veräußert werden soll. Die Bank kann dann als Schadensersatz für entgangene Zinszahlung eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen.